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Erlebnisse
beim Waldschrat-Team
Vor
einigen Jahren kam meiner Freundin und mir die Idee, einmal einen Kurs
zum Erwerb eines sogenannten "Hundeschlittenf�hrerscheins" zu
belegen. Die richtige Adresse war bald gefunden. Inmitten des sch�nen
Bayerischen Waldes, in der Umgebung von Frauenau gelegen, lebt der
"Waldschrat" mit seiner Familie und ca.40 Alaska Huskies. Im
Winter werden besagte Schlittenkurse angeboten, im Sommer Survival �
Ralley und Abenteuercamp.
An Ostern traten wir dann als "Lehrlinge" an. Der erste Tag
verlief relativ entspannend: Hunde begr��en, die die Menschen lieben;
ein eigenes Zuggeschirr und eine "Neckleine" herstellen und
eine Probeschlittenfahrt unternehmen. Dabei wurden wir allerdings
gefahren und mu�ten noch nicht selbst steuern. Aber der n�chste Tag
zog herauf. Am Morgen brachen wir zu einer Tour auf. Das bedeutete, die
total �berdrehten Hunde, die alle gleichzeitig losheulen wenn sie
merken, es geht los, ins Auto zu verladen. Das Auto war eher ein
Kleinlaster mit Boxen f�r die Hunde. Diese Boxen glichen kleinen
Schrankf�chern, die Hunde gingen dennoch gerne hinein. Bis sie
allerdings drinnen waren... Einige liefen selbst zum Auto, andere mu�ten
wir aus ihren Gehegen zum Wagen f�hren. Das sah dann so aus, da� wir
unter Aufbietung aller Kr�fte einen auf zwei Beine aufgerichteten Husky
zu seinem Platz brachten.
Von einer kleinen Anh�he aus wurde dann gestartet. Jeder bekam seinen
eigenen Schlitten mit drei Hunden, dem Leithund (in meinem Fall Kalli)
und zwei "Team Dogs", J.W. (der hei�t wirklich so) und
Lonely. Das A&O ist, nach erfolgreichem Einspannen der Hunde, den
Anker des Schlittens nicht aus Versehen zu l�sen. Der Anker hindert die
an ihren Leinen rei�enden Huskies daran, loszust�rmen. Genau dies
passierte, als ein Ehepaar, das einmal an einer Tour teilnahm, den Anker
an eine Birke schlug. Die Birke federte nach vorne und gab den Schlitten
frei. Unter F�hrung von Nanuk, dem Leithund, st�rmte das Gespann
davon. Ohne Fahrg�ste. Da die Hunde den Weg kannten, war nicht damit zu
rechnen, da� sie anhielten. Aber der Waldschrat lie� keine Panik
aufkommen. Er folgte dem Gespann mit einem der anderen Schlitten und
nach einer Stunde gelang es ihm, die Hunde zu erreichen. Sie hatten
angehalten, da sie sich in ihren Geschirren verheddert hatten. Unsere
eigenen Touren verliefen friedlich, aber anstrengend. Der Bayerische
Wald ist wundersch�n, hatte jedoch Tiefschnee und wir lernten seine
steilen H�henz�ge kennen. Im Falle einer Steigung ist man n�mlich
verpflichtet, hinten per Fu�schwung mit anzuschieben um die Hunde zu
entlasten. Diese Steigungen zogen sich teilweise 20 Minuten hin.
Die Abfahrten mu�ten abgebremst werden, da der Abw�rtsschwung den
Hunden in die Schulter fahren kann und ernsthafte Verletzungen durch
Zerrungen entstehen. Wenn an beiden Seiten der Wald senkrecht abfiel,
wurde uns teilweise mulmig zumute, aber das Fahrgef�hl und das
Zusammensein mit den Huskies hinterlie� pr�gende Eindr�cke.
Im �brigen ist die Versorgung der Hunde, also die morgendliche und
abendliche F�tterung miteingeschlossen im Programm. Unsere Kleidung sah
aus, als h�tten wir uns im Schlamm gew�lzt, und ein penetranter Geruch
nach Fischsuppe haftete an uns. Das geh�rt aber dazu und schm�lert den
Spa� in keinster Weise.
Carolin
Dieterichs
�2001
Heimtiere-Online.de
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