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Die
Kehrseite der Medaille
Bis
jetzt habe wir versucht, aufzuzeigen, wie Tiere den Menschen helfen k�nnen.
Oft wirkt sich die pure Anwesenheit von Tieren im t�glichen Leben
positiv auf die Psyche aus, ganz zu schweigen vom regelm��igen Umgang
mit dem eigenen Heimtier. Nat�rlich versuchen auch viele Menschen den
Tieren zu helfen. Allerdings werden die Gr�nde, weshalb den Tieren
geholfen werden mu�, meist von den Menschen selbst geschaffen:
Tiertransporte, Gew�sserverschmutzung, Pelztierzucht, Waldsterben,
Tierversuche und Qualzuchten sind hierzu nur wenige Schlagw�rter.
Heimtiere zu halten ist in letzter Zeit immer mehr in Mode gekommen.
Nicht jedem "Tierfreund" reichen hier Hund, Meerschweinchen
oder Goldfisch. Nein � je exotischer ein Tier ist, desto besser.
Diesen Trend kann man auch an den im Handel angebotenen B�chern
erkennen: w�hrend beispielsweise B�cher �ber die Haltung von
Reptilien, Amphibien und Insekten bis vor wenigen Jahren noch Mangelware
waren, kann man sich heute vor lauter Angeboten kaum noch retten.
Wenn der Exot, sei es Vogelspinne oder Python, wirklich artgerecht
gehalten wird, kein Wildfang ist und nicht durch illegalen Handel ins
Land gebracht wurde, ist nichts gegen diese Tierhaltung einzuwenden.
Doch artgerechte Haltung ist den meisten nicht m�glich, da sie oft zu
teuer und zu platzaufwendig ist. Auch der illegale Handel mit diesen
Tieren boomt. In anderen L�nder werden die Tiere zu Billigstpreisen
eingekauft, in Deutschland teuer (meist mit gef�lschten Papieren)
an Liebhaber weiterverkauft. Besonders diese Tiere leiden sehr lange,
bevor sie an Krankheiten oder den Folgen der falschen Haltung sterben.
Oft verk�mmern sie still � als Schmuckst�ck im Wohnzimmer.
Boas und Leguane geh�ren zu den Tieren, die von den meisten bereits als
Heimtiere akzeptiert werden, wogegen es bei artgerechter Haltung auch
keine Einw�nde gibt. Doch einen Wolf oder einen Jaguar kann man wohl
kaum als Heimtier bezeichnen. Noch dazu f�llt es selbst Zoos und
privaten Auffangstationen schwer, diese Tiere weitgehend artgerecht
unterzubringen.
Und doch: 1991 lebten in Nordrhein-
Westfalen 60 W�lfe, 120 Affen und Halbaffen, 14 Jaguare
und 14 Java-
Leoparden als "Heimtiere" in privaten H�nden. Die Begr�ndung
vieler dieser Halter ist es, bedrohte Tierarten z�chten und sch�tzen
zu wollen. Aber wer kann schon einen Jaguar artgerecht halten?
Doch nicht nur Exoten leiden in den H�nden von
"Tierfreunden": die einzeln gehaltene Rennmaus, die sich in
ihrem kleinen K�fig und mit der falschen Ern�hrung zu Tode langweilt,
hat es genauso schwer wie der Deutsche Sch�ferhund, der den ganzen Tag
in der 2-Zimmer-
Wohnung im 5.Stock auf sein arbeitendes Herrchen wartet. Bevor ein Tier
angeschafft wird, �berlegt leider nicht jeder, ob er ihm alles f�r ein
gl�ckliches Leben bieten kann. Also immer erst ausreichend informieren
und wenn man nicht alle W�nsche des Tieres erf�llen kann, lieber
verzichten oder ein geeigneteres Tier ausw�hlen. Niemals un�berlegt
ein Tier kaufen, auch wenn es oft sehr reizt, wenn man von einem Tier
auf einer Ausstellung oder im Zoofachhandel mit treuen Knopf�uglein
beobachtet wird.
Schuld an falsch gehaltenen Tieren haben oft auch die Zoofachh�ndler.
Noch immer werden sogenannte Goldfischgl�ser und verschn�rkelte Zierk�fige
f�r V�gel angeboten, wenn auch nur noch selten. Die meisten der im
Handel angebotenen K�fige sind zudem viel zu klein. Hier zeichnet sich
gl�cklicherweise in letzter Zeit ein sehr positiver Trend ab: die
neueren Angebote sind meist gr��er und au�erdem auch
abwechslungsreicher eingerichtet. Aber auch bei direkten Fragen zur
artgerechten Haltung sind wenige H�ndler richtig und ausreichend �ber
die von ihnen angebotenen Tiere informiert. Viele H�ndler verkaufen
ihre Tiere an jeden, ohne zu pr�fen, ob er sich zuvor ausf�hrlich �ber
das Tier informiert hat. Ich habe schon �fters mitbekommen, wie Tiere
in die falschen (nicht informierten) H�nde abgegeben werden: das
Wichtigste ist leider oft das Geld, denn die Tiere sind nur die Ware.
Sehr positive Ausnahmen gibt es nat�rlich auch. Gerade kleinere
Tierhandlungen pflegen ihre Verkaufstiere meist besser, z�chten
manchmal auch selbst, die Beratung ist oft detaillierter und pers�nlicher.
Vor allem aber hat man bei ihnen selten das Gef�hl, da� die Tiere nur
verkauft werden, um Profit zu erzielen.
Sabine
Gehrsitz
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"Das
Tier, das dir in deine Hand gegeben,
es hat so gut wie du von Gott sein Leben.
Doch jeder, der ein hilflos Tier ben�tzt,
die Pflicht auch hat, da� er vor Pein es sch�tzt."
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| Martin
Greif |
�2001
Heimtiere-Online.de
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