Die Ratte

Neugierige Nager Neugierige Nager
Neugierige Nager Neugierige Nager
Die einen tolerieren sie ganz einfach, manche haben gro�en Ekel vor ihr und manche lieben sie. Die Sprache ist von der Ratte - einem sehr intelligenten und auch sehr zahm werdenden Nager.

Die als Heimtier gehaltene Farbratte stammt von der Wanderratte ab. Diese sowie die Hausratte (inzwischen in Deutschland fast ausgestorben) geh�rt zur Familie der echten M�use - einer Unterfamilie der M�use. Wanderratten stammen urspr�nglich aus Asien, erst vor rund 200 Jahren verbreiteten sie sich auch in Europa. Durch Schiffe gelangten sie auch in den Rest der Welt.

Zur Zeit der Pest in Europa wurde die Hausratte f�r die Verbreitung des schwarzen Todes verantwortlich gemacht. Doch heute wei� man, da� die Ratte selbst die Beulenpest nicht �bertragen kann. Der Mensch konnte nur durch einen infizierten Rattenfloh angesteckt werden - nicht durch diesen Nager. Doch auch der Floh war nicht der Hauptgrund f�r die Verbreitung der Pest - vielmehr waren es die katastrophalen hygienischen Bedingungen in diesen Jahrhunderten. Als Heimtier hat die Ratte noch immer den Ruf, Krankheiten zu �bertragen. Was im Grunde ja auch richtig ist - doch die Ratte �bertr�gt nicht mehr oder weniger Krankheiten als Wellensittich, Goldhamster oder Hauskatze! Wozu noch zu sagen ist, da� viele unserer Heimtiere ja keinen Kontakt zu Wildtieren haben, aus diesem Grund k�nnen sie selbst sich kaum anstecken - und deshalb auch ihre Besitzer nicht.

Leider spukt noch immer in manchen K�pfen deshalb der Ekel vor Ratten herum. Ein weiterer Grund ist der fast nackte Schwanz, der "an einen nackten Wurm" (so wurde es mir beschrieben) erinnert.

Inzwischen haben diese sehr sozialen Tiere viele Fans gewonnen. Dies ist auch kein Wunder. Denn Ratten werden sehr zahm, sind unheimlich interessant zu beobachten und sehen - wobei einem hier leider nicht jeder ganz zustimmt - putzig aus.

Die Haltung

Hat man sich f�r die Ratte als Heimtier entschieden, gibt es noch immer einiges zu �berlegen. Da Ratten sehr soziale Tiere sind, sollten sie nicht einzeln gehalten werden. Ist kein Nachwuchs gew�nscht, kann man auch problemlos gleichgeschlechtliche Ratten zusammenhalten. Allerdings sollten sich diese von "Welpenbeinen" an kennen. Au�erdem k�nnen Ratten auch kastriert werden. Dies sehen viele als M�glichkeit, einmal Rattenbabies aufwachsen zu sehen und danach das M�nnchen kastrieren zu lassen. Doch sollte man sicher sein, f�r den Nachwuchs Abnehmer zu haben. Denn wer einmal im Tierheim war wei� genau, wieviele Ratten dort auf ein neues Zuhause warten. Im �brigen ist die Kastration bei so kleinen Tieren auch nicht ungef�hrlich.

Der K�fig

Ein als Rattenheim im Fachhandel ausgeschriebener K�fig mu� noch lange nicht den Bed�rfnissen der aktiven Ratten entsprechen. F�r zwei Ratten sollte eine Mindestgrundfl�che von 70x50cm nicht unterschritten werden. Ein zweites Stockwerk (auf jedem Stockwerk sollte sich die Ratte v�llig aufrichten k�nnen) und viele Kletterm�glichkeiten sind ein Mu�. Da Vogelk�fige aufgrund der Bodenschalen meist nicht als Rattenheim brauchbar sind, da Meerschweinchen- und Kaninchenk�fige (meist auch Chinchillaheime) Gitterst�be haben, die zu weit auseinander liegen, bleibt einem richtigen Rattenfan wohl nichts anderes �brig, als selbst einen K�fig zu entwerfen oder einen vorhandenen K�fig rattengerecht umzubauen.
Der K�fig sollte unbedingt abwechslungsreich eingerichtet werden. �ste von Laub- oder Obstb�umen (ungesprizt!), ein Schlafh�uschen und viele Kletterm�glichkeiten geh�ren dazu. �ber die Versorgung mit Wasser gibt es unterschiedliche Meinungen. Falls Wasser gegeben wird, sollte man eine Trinkflasche verwenden. Denn N�pfe werden durch die Einstreu sehr schnell verunreinigt.
Guten Morgen!!! Guten Morgen!!!
Guten Morgen!!! Guten Morgen!!!

Ob man seine Ratten aus privaten H�nden, aus dem Tierheim oder aus dem Zoofachhandel bezieht, mu� jeder selbst wissen.
Allerdings m�chte ich unbedingt darauf hinweisen, da� meist sehr viele s��e und liebe Ratten in vielen Farbschl�gen im Tierheim auf neue Besitzer warten. Auf den Gesundheitszustand der Tiere mu� genau geachtet werden. Das Fell darf in keinem Fall struppig abstehen, die Augen m�ssen klar und der After sauber sein. Au�erdem ist Vorsicht geboten, wenn die Ratte apathisch in einer Ecke sitzen sollte oder den Kontakt zu anderen Ratten verwehrt.

Die richtige Ern�hrung

Ratten sind relativ einfach zu ern�hren. Inzwischen gibt es auch im Handel verschiedene Futterangebote speziell f�r diese Nager. Doch dies alleine reicht nicht aus. Das angebotene Futter kann beispielsweise mit ungekochten Nudeln, Erbsen, ein paar Rosinen oder Reis erg�nzt werden. Selten m�gen die Ratten die bereits im Futter enthaltenen "Pellets".
Gr�nfutter brauchen Ratten nat�rlich auch. Hier sind sie nicht sonderlich w�hlerisch � aber nur was f�r den Menschen genie�bar ist, darf auch den Ratten gegeben werden. Das frische Futter sollte nat�rlich immer abgewaschen werden. Immer auf alte Futterreste im K�fig achten. Wie bei allen Tieren verst�rkt die Gabe von Kohlsorten den Geruch der Tiere.
Im Gegensatz zu vielen anderen Nagetieren kann bei der Ratte kaum auf Wasser verzichtet werden � selbst wenn viel Gr�ndfutter gegeben wird. Wichtig f�r die Abnutzung der Rattenz�hne ist au�erdem die Gabe von hartem (nicht schimmeligen!) Brot. Einige Ratten fressen auch Hundekuchen sehr gerne (da Ratten auch gelegentlich tierische Nahrung zu sich nehmen, z.B. Mehlw�rmer k�nnen ebenfalls gereicht werden).

Nachwuchs im Rattenheim


So s�� kleine Ratten auch sein m�gen � jeglicher Nachwuchs sollte gut �berlegt sein. Man sollte sich unbedingt zuvor Gedanken dar�ber machen, ob und wohin man einen Wurf Ratten (ein Wurf mit 10 Jungen ist normal!) in gute H�nde geben kann.
Ratten werden im Alter von etwa 6 Wochen geschlechtsreif. Die Tragzeit liegt bei ca. 3 Wochen � bei gro�en W�rfen kann es auch etwas l�nger dauern. W�hrend der S�ugedauer brauchen die weiblichen Ratten mehr Fl�ssigkeit, au�erdem mu� eine vitamin� und mineralstoffreiche Ern�hrung garantiert sein. Rattenm�tter sind sehr f�rsorgliche Tiere, sie sollten aber in der Zeit der Jungenaufzucht nicht zu oft durch den neugierigen Besitzer gest�rt werden. Selbst�ndig sind junge Ratten nach ca. 3-4 Wochen, sie wiegen zu diesem Zeitpunkt etwa 50g (ausgewachsene Tiere haben ein Gewicht zwischen 200 und 500g).

Die intelligenten Ratten f�hlen sich nur mit den richtigen Voraussetzungen in Bezug auf K�fig und Nahrung wohl � dazu sind es "Familientiere" die niemals alleine gehalten werden sollen. Kann man den Anspr�chen der Ratte gerecht werden, so spricht nichts dagegen, sich zwei oder sogar eine kleine Gruppe dieser Nager zu sich zu holen.

Sabine Gehrsitz

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