Aufzucht mutterloser Meerschweinchen oder bei zu gro�en W�rfen



Wann sollten Meerschweinchenbabies zugef�ttert werden?
  1. Wenn der ersehnte Wurf da ist und dann passiert wovor jeder Angst hat, das Muttertier verstirbt.
  2. Wenn das Muttertier zu schwach ist und die Jungen nicht selber s�ugen kann oder keine Milch hat.
  3. Wenn das Muttertier einen sehr gro�en Wurf hat und ein schwaches Jungtier unter 50g wiegt.
Meerschweinchen, 1 Stunde alt Meerschweinchen, 1 Stunde alt
Meerschweinchen, 1 Stunde alt Meerschweinchen, 1 Stunde alt
Ist die Muttersau verstorben, sollte man wenn m�glich die Jungen zu einer Amme setzen und falls nicht vorhanden oder die Jungtiere nicht angenommen werden zu einem �lteren Jungtier oder friedlichem Alttier setzen, damit sie lernen was sie selber fressen k�nnen. Besteht diese M�glichkeit nicht, eine W�rmflasche in eine Ecke des K�figs legen (nicht zu hei� und alle 1-2 Stunden wieder neu f�llen) und mit einem Handtuch abdecken oder eine Rotlichtlampe aufstellen (mit der Hand �berpr�fen, damit die Lampe nicht zu hei� f�r die Kleinen wird).

Bei sehr gro�en W�rfen kann es vorkommen, dass die St�rkeren den Schw�cheren keine Chance geben zu trinken. Dabei sollte man erst einmal die st�rkeren Jungtiere immer mal wieder wegsetzten, damit die Schw�cheren sich satt trinken k�nnen. Die eigene Muttermilch ist immer noch am Besten f�r die Jungtiere und wenn man zu schnell zuf�ttert, wird die Muttersau weniger Milch produzieren, weil weniger verlangt wird. Dabei �berpr�ft man immer das Gewicht der Kleinen. Manchmal kann es dann auch hilfreich sein, die st�rkeren Jungtiere zuzuf�ttern, damit diese weniger Hunger haben und die Kleinen mehr saufen k�nnen. Letzteres sollte aber wirklich nur im Notfall geschehen, da die Darmflora leicht aus dem Gleichgewicht zu bringen ist.

Die Jungtiere fangen zwar bereits nach ein paar Stunden selber zum Fressen an, m�ssen aber zugef�ttert werden. 1.-7. Tag alle 2 Stunden (sehr schwache Tiere alle 90 min.) 1,0-1,5ml, 8.-14. Tag alle 2 Stunden 1,5-2,0ml, 15.-22. Tag alle 2 Stunden 2,0ml, 23.-28. Tag langsam auf 0,0ml reduzieren.

Kleinere und schw�chere Tiere sollte man in den ersten Tagen auch nachts immer wieder f�ttern und eventuell auch ein - zwei Wochen l�nger.

Gut bew�hrt hat sich ein Futterbrei aus warmen Heusud *), Heilnahrung, gemahlenem Futter, Schmelzflocken und Vitamin C (Pulver oder Tropfen, besser Vitamintropfen).

Sind die Tiere etwas �lter kann man auch feinen Karottenbabyfrei zuf�gen (welchen die S�uglinge als erstes essen d�rfen, steht auf dem Etikett). Wer das Futter nicht mahlen kann, gibt alle Nahrungsmittel dazu welche sich aufweichen lassen wie z.B. Pellets. Das ganze durch einen etwas groben Sieb dr�cken und mit einer Spritze (ohne Nadel) f�ttern. Vielleicht die �ffnung der Spritze etwas vergr��ern, damit mehr grobk�rniges und nicht nur die reine Fl�ssigkeit aufgezogen wird.

Ganz wichtig, nur tr�pfchenweise f�ttern, die Kleinen verschlucken sich leicht und bekommen so Fl�ssigkeit in die Lunge. Nicht aus Ungeduld zuviel Futter auf einmal in das M�ulchen dr�cken. Nach jedem f�ttern wickelt man sich ein Tuch um den Finger und massiert von Bauch Richtung Aftergegend der Kleinen bis sie Urin und/oder Kot abgesetzt haben. Bei einigen funktioniert es wenn sie auf dem R�cken in der Hand liegen, bei anderen wenn sie auf der Hand stehen und man von der R�ckseite unter dem Tier hindurch massiert. Etwas Geduld sollte man dabei schon haben. Dieses ist sehr wichtig f�r die Mutterlosen Jungtiere, da es normalerweise die Mutter �bernimmt.

Die Aufzucht von mutterlosen Meerschweinchen ist leider nicht immer von Erfolg gekr�nt.

*) Heusud = Heu mit kochendem Wasser �bergie�en, ein paar Stunden ziehen lassen.

Tina Teubl

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