Das Meerschweinchen (Cavia aperea porcellus)


Noch vor der "Inka-Zeit" fanden sich die wilden Vorfahren des Meerschweinchens in menschliche Behausungen ein, um Speisereste zu vertilgen. Bei den Inkas nahmen die Meerschweinchen die Stellung der fleischlichen Nahrung sowie als Opfertiere ein. Auch heute noch dient das Meerschweinchen in Peru als Nahrungslieferant. Sie werden dort in den K�chen in einer Ecke gehalten oder bewegen sich frei (also ohne K�fig) und werden mit Gem�seabf�lle ern�hrt.



Die Geschichte des "Schweinchens, welches �ber das Meer kam"

Man nimmt an, da� das Meerschweinchen im 16. Jahrhundert von S�damerika nach Europa kam. Sie wurden wohl von spanischen Eroberern um 1540 nach Spanien gebracht. Man wei� jedoch nicht, ob die Nachfahren dieser Meerschweinchen �berlebt haben. Die Spanier nennen ihre Meerschweinchen "cobaya" oder "conejillo de Indias", �bersetzt hei�t dies "kleines Kaninchen aus Indien". Ein Schweizer Zoologe berichtete auch 14 Jahre sp�ter �ber das "indische Kaninchen oder Schweinchen". "Indisch" nannte man es deshalb, da man glaubte, Kolumbus h�tte Indien entdeckt.

Es ist aber sicher, da� holl�ndische Kaufleute die Meerschweinchen um 1670 von Surinam (Niederl�ndisch-Guayana) f�r ihre Kinder nach Holland brachten. Die Holl�nder gaben dem Meerschweinchen den Namen "Meerzwijn" dann "Guinees biggetje" und heute hei�t es nur noch "Cavia". Da es sich gut unserem Klima anpa�te und sich rasch vermehrte und die Kaufleute merkten, da� man mit ihnen Guineen (alte englische Goldm�nze) verdienen konnte, ging man dazu �ber, sie zu z�chten. Zuerst kamen die Nachz�chtungen nach Frankreich, wo das Meerschweinchen den Namen "cobayes" oder "cochon d'Inde" �bersetzt: Schwein aus Indien, erhielt, dann nach England, wo es den Namen "guinea pig" bekam und so verbreitete es sich weiter �ber ganz Europa.

Der K�rperbau

Das heutige Meerschweinchen hat sich gegen�ber der Wildform etwas ver�ndert: es ist gr��er, von kr�ftiger Statur und gut bemuskelt. Der Kopf ist kr�ftig und der Abstand zwischen den Augen ist gr��er. Die Schnauze sollte beim Rassemeerschweinchen sch�n rund und die Wangen voll sein. Jedoch kommt es bei den nicht so reinrassigen Meerschweinchen vor, da� die Schnauze eher spitz zul�uft. Die Augen sind gro� und klar. Die �hrchen sind rundlich, fleischig und gerade zur Seite abstehend, oben sind sie leicht gewellt und etwas h�ngend. Die Beine sollten nicht gebogen sein. An den kr�ftigen Beinen sind an den Vorderf��en je vier Zehen und Krallen und an den Hinterf��en je drei Zehen und Krallen.

Das Fell ist dicht und weist keine kahlen Stellen (Ausnahme: hinter den Ohren) auf.
Ein Meerschweinchen wird ca. 22-35cm gro�, jedoch gibt es B�cke, die etwas gr��er werden. Ein erwachsenes Tier wiegt ca.900 bis 1200g (je nach Geschlecht/Rasse unterschiedlich).
Meerschweinchen gibt es in verschiedenen Farben und Zeichnungen. Die Rassen lauten: Glatthaar, Rosette, Rex, Texel, English-/American Crested (Schopfmeerschweinchen), Angora, Peruaner, Sheltie (peruanische Seidentier), Alpaka, Coronet, Teddy, Merino, Mohair; nicht alle sind anerkannte Rassen (beim Mohair ist z. B. noch nicht einmal der Name anerkannt). Dann gibt es noch die Mischlinge, welche in den unterschiedlichsten Haarstrukturen vorkommen.

Meerschweinchennachwuchs

Die Tragzeit dauert ca. 68 Tage (64-72, je nach Wurfgr��e), bevor die jungen Meerschweinchen voll entwickelt, mit bleibenden Z�hnen (bis auf den M3) und einem Gewicht zwischen 50-130g zur Welt kommen. Zwei Wochen vor der Geburt �ffnen sie die Augen. Weibliche Meerschweinchen haben nur zwei Zitzen, da sie aber zu den Nestfl�chtern geh�ren fangen die Jungtiere ein paar Stunden sp�ter selber zu fressen an und werden noch ca. drei bis vier Wochen von der Mutter ges�ugt. Den m�nnlichen Nachwuchs sollte man mit vier Wochen von der Mutter trennen. Der Bock sollte sp�testens bei der Geburt von der Sau getrennt werden, da sie sonst kurz nach der Geburt schon wieder gedeckt werden kann.

Das richtige Zuhause

Im Zoofachhandel sind recht unterschiedliche K�fige erh�ltlich. Ob einfach oder doppelst�ckig, ist eine reine Preisfrage, jedoch sollte der K�fig die Mindestma�e von 80x40cm f�r ein Meerschwein und f�r zwei nat�rlich entsprechend mehr, nicht unterschreiten. Nat�rlich kann man ein zweites Stockwerk auch selber bauen.

Am besten plant man gleich einen gr��eren K�fig ein, da Meerschweinchen Rudeltiere sind und sich nur zu zweit (oder in gr��erer Zahl) richtig wohl f�hlen. Am Besten eignen sich zwei Weibchen oder zwei B�cke. Man setzt Jungtiere zusammen oder zu einem �lteren Tier ein Jungtier. Dabei mu� man allerdings beachten, da� die B�cke nicht getrennt zusammen kommen, da sie sich sonst bek�mpfen. Ausnahmen best�tigen die Regel.

An Zubeh�r ben�tigt wird: eine schwere Tonsch�ssel f�r das Futter, diese aber nicht zu gro� ausw�hlen, da sich das Meerschweinchen sonst reinsetzt, eine Tonsch�ssel f�r Saftfutter, ein Salzleckstein, evtl. ein Mineralstein, wenn nicht Mineralpulver (z.B. Vitakalk) verwendet wird, eine Heuraufe und nat�rlich eine Trinkflasche. Tonsch�sseln mit Wasser haben sich nicht bew�hrt, da diese entweder verbuddelt oder noch schlimmer umgekippt werden, was eine feuchte Einstreu und somit eine Brutst�tte f�r Bakterien bildet. Zuletzt das H�uschen: Ich habe festgestellt, da� es nicht immer von Vorteil ist, ein H�uschen aufzustellen, da sich einige Tiere (vorrangig die Weibchen) �berwiegend im H�uschen verstecken. Ich gebe ihnen die M�glichkeit unter dem eingebauten Stockwerk Zuflucht zu suchen.

Als Einstreu verwendet man die handels�bliche Einstreu in Form von S�gesp�nen, Strohpellets oder Hanfstreu. Dar�ber gebe ich eine kleine Lage Stroh. Bei langhaarigen Meerschweinchen empfiehlt es sich nur etwas S�gesp�ne, daf�r aber eine dicke Lage Stroh zu verwenden. S�gesp�ne k�nnen n�mlich Knoten verursachen. Das Heu wird nur in die Raufe gef�llt, damit es nicht verschmutzt.

Futter f�r das Meerschweinchen

Auf angebotenes K�rnerfutter sollte man aus Liebe zu seinem Tier verzichten. Besser geeignet sind Pellets, mit gesch�lten Sonnenblumenkernen, Haferflocken und etwas Johannisbrot. Die Meerschweinchen ben�tigen auch Vitamin C, da sie dieses wie der Mensch nicht selber produzieren k�nnen. Geben Sie Vitamintropfen in das Trinkwasser. T�glich bekommen die Meerschweinchen ca. einen gut geh�uften E�l�ffel pro Tier. Einmal in der Woche sollte ein hartes Brot, Kn�ckebrot oder Zwieback gereicht werden, damit die Schneidez�hne abgenutzt werden. Die Hauptnahrung der Meerschweinchen ist das Heu, dieses sollte ihnen immer zur Verf�gung stehen. An Gr�nfutter reicht man ihnen aus der freien Natur: L�wenzahn, Gras, Huflattich, Wegerich, Ackerschachtelhalm, angetrocknete Brennessel, Schafgarbe, Melisse, Maggikraut, Pfefferminze und Luzerne und von zu Hause: �pfel, Karotten, Bananen, Erdbeeren, Kiwi, Melone, Weintrauben, Paprika, Petersilie und viele Salatsorten. In kleinen Mengen auch Zitrusfr�chte und Steinobst wegen ihres Reichtums an Vitamin C. Trinkwasser mu� ihnen jederzeit zur Verf�gung stehen. Gem�se und Obst nur in kleinen Mengen f�ttern, lieber auf selbst gezogene Kr�uter zur�ckgreifen. Zum Thema Futter werden wir noch genauer eingehen.

Die "Sprache"

Das Meerschweinchen hat verschiedene Laut�u�erungen: Quieken: benutzt es nur dem Menschen gegen�ber, um nach Futter zu betteln.
Gurren: geben sie von sich, wenn sie sich beim Kraulen wohlf�hlen oder ein m�nnliches Tier um ein weibliches wirbt.
Z�hneklappern/Zischen: Drohgeb�rde, Erregung, das Tier in diesem Moment lieber nicht angreifen.
Glucksende Laute: Muttersau ihren Jungtieren gegen�ber um diese zu beruhigen. Die Muttersau unterh�lt sich bereits ca. zwei Wochen vor der Geburt mit ihren Jungtieren.
Zirpen/Zwitschern: machen nur einige Meerschweinchen und h�ufigst nachts. Warum sie das tun, ist noch unklar, bzw. gibt es unterschiedliche Meinungen dar�ber.

Noch ein paar Worte zum Schlu�...

Es mu� ja nicht immer ein Rasseschwein sein Es mu� ja nicht immer ein Rasseschwein sein
Es mu� ja nicht immer ein Rasseschwein sein Es mu� ja nicht immer ein Rasseschwein sein
Meerschweinchen stellt keine hohen Pflegeanspr�che an seine Besitzer und ist schon f�r Kinderh�nde geeignet, da sie eigentlich nie bei�en. Nat�rlich soll das nicht hei�en, da� das Meerschweinchen nur hin und wieder beachtet werden kann oder vor Liebe erdr�ckt werden sollte. Die t�gliche F�tterung sowie der Auslauf (sofern sie das auch tun, denn die meisten Weibchen neigen nicht dazu) sollten nicht fehlen.

Kaufen sie nur gesunde und kr�ftige Jungtiere. Meiden sie Zoogesch�fte, in denen B�cke und S�ue zusammen im K�fig sitzen, die Tiere einen schlechten Eindruck machen bzw. krank sind. Nur so k�nnen wir, die Verbraucher, zu einer besseren Haltung der Tiere beitragen. Tiere von einem guten Z�chter m�gen beim Kauf teurer sein, aber sie werden im Regelfall keine hohen Tierarztkosten zu erwarten haben, da jeder Z�chter Wert auf gesunde Jungtiere legt und bei Problemen gerne mit fachkundigem Rat zur Seite steht. Zudem warten in den meisten Tierheimen Meerschweinchen die ein gutes neues Zuhause suchen.

Marion Wei� & Tina Teubl

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