Die Mongolische W�stenrennmaus - Meriones unguiculatus

Bunte Rennmausgruppe Bunte Rennmausgruppe
Bunte Rennmausgruppe Bunte Rennmausgruppe
Meriones unguiculatus bedeutet �bersetzt soviel wie "Krieger mit Krallen" Dieser Name macht den Rennie�s alle Ehre. Es kommt sehr h�ufig zu Auseinandersetzungen zwischen Rennm�usen � selbst wenn diese schon miteinander aufgewachsen sind.

Aus eigenen Erfahrungen sowie Hilferufen von verschiedenen Rennmaushaltern stellten wir folgendes fest:

Aus unbekannten Gr�nden fangen die Rennm�use h�ufig irgendwann das K�mpfen an;
sie verletzen sich oder bei�en sich gar zu Tode. Es wurden Umfragen gestartet, bei denen man festgestellt hat, da� es evtl. auf die Farben ankommen k�nnte. Diese Frage hat u.a. der damalige Ratatosk, an seine Mitglieder weitergegeben.

Unsere Fragen an alle Leser sowie die partnerschaftlichen Vereine sind:
  1. Kommt es h�ufiger zu K�mpfen bei der Haltung gleichgeschlechtlicher Rennie�s oder bei der Haltung von gemischten Rennmausgruppen?
  2. Kommt es auf die Gr��e der gehaltenen Gruppen an?
  3. K�nnte es sich um Territorialk�mpfe handeln?
  4. Konntet Ihr eine gesteigerte Aggressivit�t bei bestimmten Farbschl�gen feststellen?
  5. Bek�mpfen sich M�nnchen oder Weibchen heftiger?
  6. In der freien Natur werden zuweilen Jungtiere � meist m�nnlicher Nachwuchs � verjagt, um eine eigene Familie zu gr�nden. Konntet Ihr �hnliches beobachten?
  7. Da wir auf dieses Thema ("K�mpfe") n�her eingehen m�chten, fragen wir an, ob dies bei anderen Tierarten auch schon vorgekommen ist?


Nachstehend haben wir die Informationen zusammengefa�t, die uns bisher zugingen.
Immer wieder kommt es zwischen Mongolischen Rennm�usen zu heftigen K�mpfen. Und das auch in schon lange friedlich zusammenlebenden Gruppen. Meist handelt es sich bei den k�mpfenden M�usen um Tiere, die mindestens acht Monate alt sind. In der Umfrage versuchten wir nun herauszubekommen, was Ausl�ser f�r K�mpfe in schon lange zusammengew�hnten Familienverb�nden sein kann.

Der fr�here Rennmausverband versuchte in einer Umfrage vor l�ngerer Zeit einmal zu erfragen, ob die Farbschl�ge der Rennies eine Rolle spielen k�nnte. Tats�chlich kam dabei heraus, da� z.B. wei�e und apricotfarbene Rennm�use manchmal aggressiver auf ihre Artgenossen reagieren. Schwarze und wildfarbige (agouti) Tiere und besonders der Farbschlag Algerien rot sollen dagegen recht friedlich sein. Ob wir diese Ergebnisse best�tigen k�nnen, k�nnten wir erst sagen, wenn wir noch einige Erfahrungen dazu mitgeteilt bekommen. Meine Rennm�use zumindest zeigten auf die Farben verteilt kein besonderes Verhalten.

Deutlich gesteigerte Aggressivit�t zeigt sich jedoch in Rennmausgruppen, die h�ufig miteinander verpaart wurden. Inzucht wirkt sich zwar sonst auff�llig selten bei der Rennmauszucht aus, es sollte trotzdem zum Wohle der Tiere m�glichst darauf verzichtet werden.

Nat�rlich spielt eine gro�e Rolle die K�figgr��e und auch etwas das Futterangebot. Ein zu kleiner K�fig und/oder Futtermangel kann immer die Ursache f�r Stre�situationen zwischen Tieren sein. Doch in so gut wie allen F�llen, die wir auswerteten, k�nnen wir dies nicht als Ursache der K�mpfe erkennen. Fehlt dem Weibchen jedoch eiwei�reiche Nahrung wenn es Junge aufzieht, kann es passieren, da� sie es Jungtiere t�tet (wie auch von Hamstern und anderen Nagern bekannt).
Der K�fig kann jedoch auch zu gro� sein. Hier werden schnell Reviere gebildet und diese werden in Gruppen von mehr als 2 Tieren auch unter Umst�nden sehr heftig verteidigt

Eine weitere Frage von uns war, ob es eher in gemischten Gruppen, oder in gleichgeschlechtlichen Gruppen zu K�mpfen kommt. In gemischten Gruppen kommt es zwischen den M�nnchen (wenn �berhaupt) meist dann zu relativ harmlosen Auseinandersetzungen, wenn eines der Weibchen paarungsbereit wird. Auch bei den Weibchen gibt es zu diesem Zeitpunkt eher Probleme. Sollten die M�use gleichzeitig Nachwuchs bekommen, gibt es oft erneut �rger.

Diese Probleme innerhalb der Gruppe liegen wohl eindeutig an der Rangordnung in einer Rennmausfamilie. Normalerweise wird nur das rangh�chste Weibchen paarungsbereit. Doch immer h�ufiger kommt dies auch bei jungen Weibchen vor (vermutlich in letzter Zeit durch Inzucht beg�nstigt), so da� Rangordnungsk�mpfe vorprogrammiert sind. Und hier scheint es bei manchen Weibchen egal zu sein, ob �berhaupt ein M�nnchen in der N�he ist.

W�hrend sich die Weibchen in freier Wildbahn zu so einem Zeitpunkt aus dem Wege gehen k�nnen (die Familiengruppe w�rde sich teilen), kommt es Rennm�usen die als Heimtiere gehalten werden so zu Streit. Zumindest dann, wenn sich das rangh�chste Tier in seiner Rolle bedroht f�hlt oder tats�chlich das rangniedrigere Tier versucht den hohen Stand in der Gruppe zu erlangen.

Dabei kommt es nicht selten zu blutigen Auseinandersetzungen, die sogar mit dem Tode eines Tieres enden k�nnen. Nach einer "Macht�bernahme" konnte auch h�ufig beobachtet werden, da� wieder andere, zuvor friedliche, Rennm�use ihre Chance wittern und selbst in der Rangordnung nach oben kommen m�chten.

Die letzte Beobachtung konnte nicht nur bei Rennm�usen gemacht werden. Kranke, verletzte oder alte Tiere werden h�ufiger von der gesamten Gruppe versto�en und manchmal sogar get�tet. Dies ist zwar nicht die Regel (viele Rennm�use k�mmern sich �u�erst liebevoll um geschw�chte Familienmitglieder), jedoch aus der Sicht des Tieres sogar sinnvoll, um die Gruppe nicht zu belasten.

Ob und inwieweit die Gr��e einer Rennmausgruppe eine Rolle spielen, konnten wir nicht eindeutig auswerten. In einer lange Zeit friedlich zusammenlebenden Gruppe von 9 Rennmausm�nnchen gab es nach dem Tod der rangh�chsten Maus ebenso Streit, wie bei einer Gruppe von nur drei Tieren.

Ursache f�r manchen Streit in einer intakt lebenden Gruppe kann auch das dazukommen einer weiteren Gruppe sein. Und das obwohl die zweite Gruppe keinen direkten Kontakt zur alten Gruppe hat - der Geruch alleine l�st oft Konflikte aus.

Wir m�chten mit diesen Ergebnissen niemanden abschrecken. Normalerweise sind Rennm�use friedliche Familientiere. Doch um Streit zu vorzubeugen ist es wichtig, das Sozialverhalten der Tiere zu kennen.

Weiterhin w�rden wir uns sehr �ber Erfahrungsberichte zu diesem Thema freuen.

Sabine Gehrsitz

�2001 Heimtiere-Online.de