Die Zusammengew�hnung von Farbm�usen 

Einzelne M�use f�hlen sich nicht so wohlWenn zu mir neue Tiere kommen (am besten immer 2), werden sie zuerst einmal "untersucht". Die Z�hne werden auf ihre L�nge und Farbe kontrolliert, das Fell auf Ungeziefer untersucht, Augen, Nase und Ohren auf R�ckst�nde untersucht. Der K�rper abgetastet um m�gliche Verletzungen, Abszesse und Tumore auszuschlie�en. Je nach Gesundheitszustand, kommen die Tiere dann entweder in eine 3-w�chige Quarant�ne oder werden vergesellschaftet. Die Quarant�ne hat den Sinn Krankheiten auszuschlie�en bzw. zu kurieren und sich mit dem Tier vertraut zu machen und die effektivste Vergesellschaftungsmethode zu w�hlen.

Die Vergesellschaftung l�uft generell bei mir immer nach dem selben Muster ab mit den ein und anderen Ver�nderung...

Die generellen Vergesellschaftungsversuche laufen so ab: Zuerst, die alte Einstreu (vom Vorbesitzer mitnehmen bez. vom Quarant�nek�fig nehmen, aber nur wenn alle Tiere im K�fig gesund waren) von den Neuank�mmlingen in die frische Einstreu mischen. K�fig und K�figinventar m�ssen sauber sein und sollten nicht nach den bereits "eingesessenen" Tieren riechen. Danach wird der K�fig getrennt, am besten mit einem Maschendrahtzaun, der das Knabbern der Tiere aush�lt. Man muss auch beachten, das die Tiere, das Gitter nicht umwerfen oder sonst irgendwie auf die andere K�figseite gelangen k�nnen. Glas oder Plastik eignet sich absolut nicht zum Trennen von Tieren, da sich die Tiere gegenseitig nicht riechen k�nnen und Plastik auch gerne abknabbern, was nat�rlich sehr sch�dlich ist f�r die kleinen Racker.

Danach werden die neuen Hausgenossen auf die eine Seite gesetzt und die Gruppe in die sie integriert werden sollen auf die andere Seite. Jeden Tag sollte man die Seiten tauschen. Das mache ich eine Woche lang. Danach nehme ich die aggressivsten Tiere meines bestehenden Rudels heraus genauso wie das Gitter. Nat�rlich habe ich einen Handschuh an um die Tiere gegebenenfalls trennen zu k�nnen. Danach warte ich einfach was passiert, wenn es zu Raufereien kommt passe ich nat�rlich genau auf, das sich die Tiere nicht verletzen, kommt es aber zu Bei�ereien schreite ich sofort ein und trenne die Tiere wieder f�r weitere drei Tage um einen neuen Versuch zu starten. Geht das dann gut, setze ich sch�n langsam einen friedlichen Nager dazu. Erst ganz zum Schluss setze ich das "Alphatier" (muss nicht in jeder Gruppe vorhanden sein) oder die aggressivste der Gruppe dazu.

Davor sollte man aber den K�fig bereits auf die neue Situation vorbereiten, das hei�t: sauber machen, Sachen wie z. B. eine H�ngematte auskochen, Klopapierrollen, Seile, sonstiges Papier wegschmei�en usw. Inventar das man nicht entsorgen kann oder will sollte man auskochen. Die Teile f�r 20 Minuten in einen Kochtopf schmei�en und anschlie�end eine Stunde ins Backrohr... Inventar das sich nicht auskochen l�sst wie z. B. Laufr�der aus Plastik, usw. (Plastik ist ungesund f�r die Tiere!) kann man gut mit Essigwasser abschrubben und verliert auch den rudeltypischen Geruch. Danach wird der K�fig wieder hergerichtet.

Die neuen Hausgenossen werden zuerst in den zu beziehenden K�fig gesetzt danach kommt ein Tier nach dem anderen langsam dazu. Wie immer das Alphatier, falls vorhanden, zuletzt. Ich setze jedes Tier einzeln dazu, damit die neuen Mitbewohner nicht mehreren anderen Tieren gegen�berstehen und sich nicht verteidigen k�nnen. Ist ein Kampf ausgefochten, gibt's ein paar Minuten Verschnaufpause und dann kommt der n�chste Nager dazu. Sehe ich das die neuen Mitbewohner nicht mehr k�nnen, wird ein bis zwei Stunden (bis sich die Ersch�pfung legt) ausgesetzt. Es dauert zwar l�nger beim Vergesellschaften, jedoch gibt es deutlich weniger Verletzungen.

Es gibt mehrere Variationen die man noch hinzuf�gen kann, f�r besonders hartn�ckige F�lle oder einige M�glichkeiten, die Vergesellschaftung zu verk�rzen f�r z. B. sehr friedliche Tiere oder einzelnen Nager.

Da Nager sich nur am Geruch identifizieren k�nnen, kann man mit dem Geruchsinn sehr gut herumtricksen. Eine M�glichkeit ist sie z. B. in Anis�l oder Apfelessig zu baden. Bitte vorsichtig sein, das nichts in die Augen kommt (vor allem ist der Essig sehr schmerzhaft), Also bitte immer das K�pfchen in der H�he lassen. Es bedeutet sehr viel Stress f�r die Tierchen und sollte daher nur im Notfall angewendet werden. Am besten badet man gleich die ganze zu vergesellschaftende Gruppe gemeinsam, dann kann man ihnen ein gemeinsames Sandbad zum Trocknen anbieten, denn da sind sie so mit sich selbst besch�ftigt, dass das Kennenlernen nebenbei geht. Danach sollten sie allerdings trotzdem kurzzeitig in einen getrennten K�fig kommen. Das ist die Methode die ich wirklich nur bei besonders schweren F�llen zu empfehlen ist, denn durch das nasse Fell kann es leicht zu Erk�ltungen kommen, auch wenn es mitten im Sommer gemacht wird. Aber bitte auch NICHT f�hnen.

Manchmal ist es einfacher und auch angenehmer f�r die Nager wenn man sie nur mit dem "alten" Einstreu einreibt (bitte vorsichtig handhaben, am besten d�nne Handschuhe anziehen, damit man nicht die "verpinkelte" Einstreu angreifen muss und auch damit man den Tieren nicht weh tut, weil man kein Gef�hl mehr durch die Handschuhe hat). Deos, Haarspray oder sonstige riechenden Sachen nicht verwenden, da diese giftig sind und wenn sich die Nager dann putzen zu Vergiftungen kommen kann.

Eine weitere M�glichkeit ist, die Tiere auf einem neutralen Ort das erste Mal zusammenzuf�hren (z. B. Badewanne oder gemeinsames herumklettern auf "ihrem" Menschen), ich pers�nlich lege sie immer mit einer Decke aus, damit die Badewanne nicht zu kalt ist. Die Badewanne ist optimal, weil sie viel Platz bietet, man kann also ziemlich viele Tiere so zusammenf�hren und man sie gut wieder reinigen kann. Der Vorteil einer Vergesellschaftung auf neutralem Boden ist, das niemand sein Revier beanspruchen kann und man doch schneller einschreiten kann.

Andere Variationen der Vergesellschaftung k�nnen auch ein neues Revier sein. Man kann z. B. einen neuen K�fig einweihen oder das K�figinventar umstellen. Hin uns wieder lasse ich die Neuank�mmlinge auch in den gemeinsamen K�fig �bernachten um so den Geruch zu verstreuen...

Allgemeine Hinweise noch zum Ende: Nicht jedes Tier l�sst sich vergesellschaften, auch wenn M�use  Rudeltiere sind... Nat�rlich soll das jetzt nicht hei�en, das man nach einem Versuch aufgeben soll und das Tier alleine lassen soll. Wenn die M�glichkeit besteht, sollte man vielleicht eine andere Gruppenzusammensetzung �berdenken und es noch einmal mit mehr Geduld probieren. Geduld ist das A und O einer Zusammenf�hrung. Am besten w�re es f�r eine Vergesellschaftung einen ganzen Tag (am besten Wochenende) einzuplanen um den ganzen Tag vor Ort zu sein um bei Rangeleien rechtzeitig einzugreifen, am besten dicke Handschuhe bereitlegen um sich keine Bisse einzufangen.


Text: Doris Heinz (http://www.nagetiere.at)
Foto: Sabine Gehrsitz

 

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