Die Farbmaus

Die Farbmaus geh�rt zu der Familie der Nagetiere (Rodentia) und gilt als Echte Maus (Muridae). Diese gro�e Familie umfasst ca. 100 Gattungen mit etwa 370 verschiedenen Arten. Echte M�use sind auf der ganzen Welt vertreten und sind die meistverbreiteste Nagerfamilie der Welt, unter anderem geh�rt die Hamsterratte, die in Afrika beheimatet ist, die Baumm�use die in Regen- und Trockenwasser zu finden ist, genauso wie die Schwimmratten, die sich an das Leben im Wasser angepasst hat, mit zu dieser Familie.

 


Locke und SpeedyDas Aussehen 
Die Farbmaus hat viele verschiedene Fellvariationen: Kurzhaar, Langhaar, Lockenm�use mit oder ohne Satinfaktor. Das Farbenspiel ist nahezu unbegrenzt. Die Farbmaus hat eine K�rperl�nge von 7-10 cm und der nackte Schwanz ist meistens genauso lang wie die Maus selbst. Die Farbmaus hat eine spitze Schnauze und weit auseinander liegende gro�e Knopfaugen, was eine fast vollst�ndige Rundumsicht bedeutet, damit sie ihre Fressfeinde ersp�hen kann.. Dadurch das sich M�use im Ultraschallbereich verst�ndigen, bis auf ein paar Ausnahmen, wie z. B. Revierkampf sind die Ohren gro� gewachsen.

 


Die Unterbringung 
M�use brauchen viel Abwechslung Je gr��er der K�fig ist umso besser, ein K�fig f�r die Farbmaus kann nie zu gro� sein. Am idealsten w�re nat�rlich ein K�fig, der selbstgebaut ist, und sie somit die speziellen Bed�rfnisse ihrer Lieblinge gerecht werden k�nnen. Sind sie handwerklich nicht so begabt, k�nnen sie sich aus dem Zoofachhandel selbstverst�ndlich auch bedienen. Die angepriesenen M�usek�fige halte ich pers�nlich f�r zu klein, deshalb w�rde ich mich eher im Bereich Ratten- oder Chinchillak�fig umsehen. Bitte beachten sie, das der K�fig viele und ausreichend gro�e T�ren haben, damit k�nnen sie sich bei den t�glichen Arbeiten viel M�he und Zeit ersparen. Mehrere Etagen mu� ein M�useheim auch haben. Ganz wichtig ist nat�rlich ein bis zwei Futtersch�sserl und eine Trinkflasche (bitte beachten Sie dabei, das die Kugeln die in den meisten Flaschen vorhanden sind, sich leicht bewegen lassen und das ihre Tiere ohne Probleme daraus trinken k�nnen). F�r JEDE Maus sollte unbedingt ein H�uschen oder ein Versteck vorhanden sein, damit sie sich auch aus dem Weg gehen k�nnen. Das k�nnen H�user, ehemalige Duftlampen, zerbrochene Blument�pfe oder Papprollen sein.

Die Einrichtung sollte praktisch, gut zu handhaben d. h. die Maus sollte gut erreichbar sein, und vor allem gut zu reinigen sein (aber bitte kein Plastik). Die H�uschen meine M�use haben alle keinen Boden, erstens weil ich dadurch guten Zugriff auf die Lieblinge habe und damit kein Urin das Haus verschmutzt. Laufr�der sind sehr begehrt und werden stundenlang benutzt, je nach Gr��e der Gruppe sollten 1 � 3 Laufr�der vorhanden sein, damit kein unn�tiger Streit, die Harmonie st�rt. Ich selbst bevorzuge Holzlaufr�der, die auf beiden Seiten bis auf ein paar kleine Einschlupfl�cher geschlossen sind. Meine M�use sind da allerdings anderer Meinung und lieben ihr Plastiklaufrad inzwischen mit geschlossen Zwischenr�umen. Die Metallr�der m�gen weder meine M�use noch ich, da das Verletzungsrisiko einfach zu gro� ist, bei den Seitenstreben. Wenn mehrere M�use gleichzeitig in das Laufrad wollen, kann da sehr viel passieren, angefangen von gequetschten Beinchen bis zum Bruch. Papprollen und Holztunnel sind sehr begehrt. Ein Labyrinth aus Papprollen ist innerhalb 2 Tagen vollkommen zerst�rt, was sehr gut f�r die Z�hne ist. Die Holztunnel sind nat�rlich stabiler und halten l�nger, saugen sich allerdings voll Urin. Kletterm�glichkeiten wie Leitern, Seile und Zweige d�rfen in keinem M�useheim fehlen. M�use klettern leidenschaftlich gerne und n�tzen die Zweige auch ganz gerne als �Knabbergeb�ck�. Meine M�use lieben besonders frisch geschnittene �ste von einem Kirschbaum, jegliche Obstbaum�ste sind vertr�glich, genauso wie Haselnuss und Birke. Au�erdem habe ich im K�fig eine Schale mit Vogelsand stehen, diese Schale wird mittlerweile als Toilette benutzt, was die t�gliche Urinbeseitigung wesentlich erleichtert.

 


Die richtige Ern�hrung
M�usegruppe am Futternapf Das Grundnahrungsmittel f�r M�use sind K�rner und S�mereien. Im Fachhandel gibt es fertige Mischungen f�r K�rnerfutter, allerdings mische ich dieses Futter selbst zusammen, es gibt zwei Teile kleine S�mereien (Vogelfutter), dann verwende ich noch Hamster und Meerschweinchenfutter, die gro�en St�cke wie Erdn�sse, Mais und ein Teil der Sonnenblumenkerne werden hinausgesucht, dazu kommt dann noch extra Leinsamen, gesch�lter  Hafer, Cornflakes und M�sli hinzu. Nat�rlich bekommen meine M�use auch Brot, am liebsten wird Vollkornbrot verspeist.

Zu einer gesunden Ern�hrung geh�rt au�erdem Gr�n- und Saftfutter wie z. B. Eisberg- und Endiviensalat, keinen gr�nen Salat (H�uptelsalat oder Feldsalat), weil er Nitrate bindet. Gurken, Karotten, Paprika, Tomaten; Apfel, Birnen und Erdbeeren. Verschiedene Sachen aus dem Garten: wie z. B. L�wenzahnbl�tter, Klee, Vogelmiere und Hirtent�schel, G�nsebl�mchen und Spitzwegerich. Kohlartiges Gem�se (wie Chinakohl, Kohl direkt aber auch Broccoli) sollen nicht verf�ttert werden, da es zu Bl�hungen kommen kann, auch s�urehaltiges Saftfutter wie Zitronen, Orangen und Kiwis bitte nicht verf�ttern, dies gilt auch f�r Pflaumen und Weintrauben, sie sind sch�dlich f�r die kleinen Nager.

Eiwei�futter ist besonders bei tr�chtigen Weibchen zu beachten, da w�hrend der Tr�chtigkeit und der S�ugezeit ein erh�hter Eiwei�bedarf entsteht. Einmal die Woche werden Sauerrahm, Joghurt, Hundekuchen, Katzentrockenfutter (Brekkies werden bevorzugt) Mehlwurm, Quark, milder Hartk�se oder etwas gekochtes Eigelb verf�ttert. Allerdings wird Sauerrahm und Fr�chtejoghurt von meinen Tieren vom Finger bevorzugt, so kann ich sehen wer wie viel Eiwei�futter zu sich nimmt und eine sch�dliche �berversorgung vermeiden.

Eine Erg�nzung im Futter tut den Nagern nat�rlich nur gut. Heu sollte immer vorhanden sein (nicht nur zum Nistbau), auch f�r die Nagez�hnchen und den Darm tun ein paar Halme sehr gut. Ebenso sollte man auch Zweige zum Knabbern anbieten, geeignet sind: Buche, Birke, Haselnussstr�ucher oder Obstb�ume. Wenn diese mausgerecht gek�rzt sind, werden diese Zweige auch sehr gerne durch den ganzen K�fig geschleppt.

Da Farbm�use kein S�ttigungsgef�hl kennen, sollte immer nur pro Maus und Tag ein Teel�ffel K�rnerfutter gegeben werden, so kann man �bergewicht vermeiden, das sehr stark lebensverk�rzend sein kann.

 


Zucht
Farbmauswelpen Die Tragezeit bei einer Farbmaus betr�gt 20 � 22 Tage, kann sich aber verl�ngern, wenn noch ein Wurf ges�ugt wird. Kurz nach der erfolgreichen Begattung kann man Ver�nderungen am Weibchen feststellen. Sie wird so schnell wie m�glich anfangen ein Nest an einem Punkt des K�figs zu bauen, der ihr am sichersten und w�rmsten erscheint. Das Nest wird vorwiegend gerne aus Klopapier und Heu zusammengebaut. Oft bauen M�use das Nest auf unerwarteten Stellen, wie z. B. direkt neben dem Futtersch�sserl, oder neben das Schlafh�uschen. Hin und wieder befindet sich ein 2. Nest in unmittelbarer N�he.

Die Geburt kann wirklich zu jeder Tages- und Nachtzeit passieren. So kann es schon mal vorkommen, das man die Maus unabsichtlich vor der Geburt st�rt. Allgemein �blich ist, das die Geburt innerhalb einer halben Stunde abgewickelt ist, das kann schon einmal k�rzer oder l�nger auch sein, je nachdem wie viele M�usekinder zur Welt kommen.

Die Mutter kauert sich w�hrend der Geburt zusammen und jedes ankommende Junge empf�ngt sie so. Das Junge ist in einer Haut verpackt, die das Muttertier dann aufrei�t. Die Nabelschnur wird dann auch durchgebissen. Die Mutter wei� ganz instinktiv was sie machen mu�, denn sie leckt es sofort sauber, frisst die H�ute und Nachgeburt auf. Das selbe macht sie auch mit den nachfolgenden Jungen. Die Jungen liegen dann alle ges�ubert unter der Mutter, die Haut ist rosa und warm. Die Babies fangen sofort an den Zitzen an zu saugen, danach sollte man einen wei�en Bauch bei jedem Baby finden.

Danach werden die Winzlinge sofort weitergeleckt, die Bauchseite wird besonders gr�ndlich geleckt, damit durch die sanfte Massage die Verdauung angeregt wird. Die Jungtiere geben die ersten 8 - 10 Tage Milchkot und nat�rlich Harn ab, der von der Mutter abgeleckt wird.

Die Jungen kommen v�llig nackt taub und blind zur Welt. Im Alter von 3 Tagen sollten sich die Ohren �ffnen und die ersten Haarspitzen durch das Fell treten, so kann man wenigstens die Fellzeichnung erkennen. Die ersten 5 Tage bewegen sich die Tiere nur im Kreise, dadurch k�nnen sie nicht aus dem Nest fallen.

Die ersten Auswanderungsversuche unternehmen die Kleinen manchmal bereits nach einer Woche, werden dann aber sofort von der Mutter ins Nest zur�ckgetragen. Ihr Fellkleid entwickeln sie sehr schnell, mit 9 oder 10 Tagen ist es fertig. Schneidez�hne kann man erkennen ab Tag 11 - 13. Auch die Augen �ffnen sich bald (12 -14 Tage) danach. Zu dieser Zeit sollten sie auch Interesse an der Nahrung zu finden, denn bis zu diesem Zeitpunkt haben sie nur von Muttermilch gelebt. Die Nager interessieren sich dann auch f�r das Futter.

Dann ab Tag 16 kommen die Babies ins "Flohalter", dieses Alter ist lustig mitzuerleben aber nicht so einfach. Sobald man in den K�fig greift, oder versucht sie anzugreifen, springen sie in die H�he wie Fl�he. Geben sie besonders beim Reinigen des K�figs acht und vor allem wenn sie die Tiere aus dem K�fig nehmen wollen, denn sie springen nicht nur in die H�he, sondern st�rzen sich auch todesmutig in die Tiefe.

Mit 21 Tagen sollten die Jungtiere ihren Eltern bereits �hnlich schauen, nur etwas kleiner nat�rlich, jetzt wird es sch�n langsam Zeit den K�fig f�r die M�nner herzurichten und nach Geschlechtern zu trennen. Ich habe so sp�t wie m�glich immer getrennt und zwar zwischen Tag 24 und 27. Mit etwa 26 - 46 Tagen werden die M�dels geschlechtsreif und die Jungs sind 6 - 8 Tage sp�ter zeugungsf�hig.



Text

und Fotos: Doris Heinz (http://www.nagetiere.at)

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