Die Stachelm�use

Diese Maus, die zur Familie der "Echten M�use" (Murinae) geh�rt, hat ein langgezogenes spitzes Gesicht, da� zur Nase hin noch viel spitzer wird. Ihre hochstehende Trichterohren verleihen ihr dabei noch ein lustiges Aussehen. Ihre platten Borstenhaare am R�cken, erinnern entfernt an junge Stachelschweine - deshalb wahrscheinlich auch der Name "Stachelmaus". Sie kann (ohne Schwanz) ca. 9-13cm gro� werden; der nackte, dunkel geschuppte Schwanz mit ca. 9-12cm entspricht fast nochmal der gesamten K�rperl�nge.



Die Arten

Man unterscheidet f�nf verschiedene Arten von Stachelm�usen:
  • die Kreta-Stachelmaus (Acomys minous): Kreta
  • die �gyptische Stachelmaus (Acomys cahirinus): �gypten und Pal�stina
  • die Sinai-Stachelmaus (Acomys dimidiatus): Sinai, Pal�stina, �gypten
  • die Zypern-Stachelmaus (Acomys nesoiotos): Zypern
  • die Algerische Stachelmaus (Acomys seurati): S�d-Algerien


Tragezeit, Geburt, Nachwuchs

Stachelm�use werden gegen�ber ihrem Pfleger im Gegensatz zu manch anderen M�usen ziemlich schnell zahm. Aber bekannt wurde die Stachelmaus nicht durch ihre offensichtliche Zahmheit sondern durch ihren Hebammeninstinkt, der einmalig im Tierreich ist.

Dabei ist schon die Tragzeit erheblich l�nger als bei anderen M�usen - sie dauert ca. 35-38 Tage (je nach Anzahl der Jungtiere) normalerweise gilt hier die Regel "wenig Junge - k�rzere Tragzeit, mehr Junge - l�ngere Tragzeit".
Die Nachkommen werden mit ge�ffneten Augen (Ausnahme: Kreta- Stachelmaus- Welpen �ffnen die Augen erst zwei Tage nach der Geburt), durchbrochenen Schneidez�hnen und vollst�ndiger Behaarung inklusive ihren stachligen Borstenhaaren geboren. Sie sind sog. "Nestfl�chter", d.h. sie fangen unmittelbar nach der Geburt das Laufen an. Das Geburtsgewicht betr�gt bei den weiblichen 6-6,55g und bei den m�nnlichen ca. 6,20g.
W�hrend der Geburt stehen m�nnlichen Stachelm�use als "W�chter" vor dem Bau/Nest, in dem der Nachwuchs erwartet wird. Maus an Maus sch�tzen sie den Eingang des Nestes. Auch bei K�lte r�cken diese ganz eng um die Weibchen und ihren Nachwuchs zusammen, w�hrend diese sich in der Mitte zusammenkuscheln.
Das Weibchen kommt auf allen Vieren, wie bei Huftieren, nieder - auch eine Seltenheit bei Nagern. Nach der Geburt der 1-5 Welpen, werden die jungen Stachelm�use von der Mutter und anderen weiblichen - auch bereits s�ugenden - Stachelm�usen von der Keimlingsh�lle befreit und abgeleckt. Dadurch verhelfen sie den Babys zur Atmung und Bewegung. Ist kein anderes Weibchen im K�fig vorhanden, so �bernimmt der Vater die Rolle der Hebamme. Erwachsene Weibchen - sie besitzen nur vier Zitzen - die noch keine Jungen geworfen haben, versuchen anschlie�end die Welpen zu adoptieren. So hat die eigentliche Mutter ihre Jungen nur einige Tage lang.
Weibliche Stachelm�use geb�ren ihre Jungen meist am Morgen und sind am Abend bereits wieder paarungsbereit.
Sollte das Muttertier aus irgendwelchen Gr�nden sterben, findet sich aus dem Rudel eine Amme, die die Babys weiter versorgt. Ist kein anderes Weibchen vorhanden, k�nnen die Welpen im allgemeinen besser von menschlicher Hand durchgebracht werden, als bei anderen M�usearten, da die Welpen nach sechs Tagen keine Muttermilch mehr ben�tigen. Normalerweise betr�gt aber die S�ugezeit zwischen 19-20 Tagen.

Die Haltung

Da Stachelm�use - wie oben erw�hnt - Rudeltiere sind, sollte mindestens ein P�rchen gehalten werden und wenn m�glich der 1. Wurf im K�fig verbleiben. Bei guter Haltung k�nnen Stachelm�use bis zu 3 Jahre alt werden.

Das Aneinandergew�hnen zwei sich fremder Artgenossen kann sich als �u�erst schwierig herausstellen.
Vor allen Dingen: Niemals ein einzelnes Tier ohne Aufsicht zu einem Rudel setzen!

Eine Kreuzung zwischen der Kreta-Stachelmaus (Acomys minous) und der Sinai-Stachelmaus (Acomys dimidiatus) ist schon ohne Schwierigkeiten gelungen.

Die Umgebung - der K�fig

In der freien Natur leben die Stachelm�use in W�sten, Savannen und Trockensteppen mit steinigen Gel�nde. Sie bauen dort keine Nester. Da diese Nager nicht nur sehr gute L�ufer und Kletterer sind, sondern auch au�ergew�hnlich hohe Spr�nge vollziehen k�nnen, sollte man dies bei der Einrichtung des K�figs (Gitterk�fig, Aquarium, Terrarium) beachten. Da der Nagetrieb der Stachelm�use nicht sehr ausgepr�gt ist, werden Plastikteile (wie z.B. Plastikbodenwanne, Laufrad u.a.) �berwiegend verschont. Auch Kletter�ste werden nicht gleich zu Kleinholz verarbeitet. Wer eine steinige Landschaft nachempfinden will, sollte diese so aufbauen, da� bei einem Sto� die M�use nicht von den Steinen
Das Einfangen entwichener Tiere kann sich als �u�erst aufwendige Jagd entwickeln, da sie, wie oben erw�hnt, �u�erst flink sind. Niemals die Tiere am Schwanz hochheben oder festhalten, da ansonsten die Schwanzhaut abrei�t!

Das Mindestma� f�r den K�fig sollte 100x50x50cm betragen, besser w�ren 100x50x100cm. Ein H�uschen oder Korkwurzel sollte zur Verf�gung gestellt werden. Als Nistmaterial gebe man Heu oder fein geh�ckseltes Stroh. Etwas Heu als Nahrung sollte immer vorhanden sein, auch wenn nur geringe Mengen verspeist werden. Au�erdem eignen sich unparf�mierte Taschent�cher, Laub. Stabile Zweige, die zum Klettern einladen, sollten nicht fehlen. Als Bodenbelag nehme man die handels�bliche Holzeinstreu.

Stachelm�use sind kurze Perioden am Tag munter, aber doch �berwiegend d�mmerungs- und nachtaktive Tiere. In diesen wachen Phasen widmen sie sich mehrmals ihrer K�rperpflege und putzen sich ausgiebig. Auch Sonnenbaden scheint eine kleine Leidenschaft von ihnen zu sein. So suchen sie sich gern ein erh�htes Pl�tzchen, um sich ein wenig zu r�sten. D.h. aber nicht, da� der K�fig der prallen Sonne ausgesetzt werden darf - ein kleiner Strahl auf einen Stein oder eine Korkwurzel gen�gt ihnen vollkommen.

Die Nahrung

In ihrer Heimat ern�hren sie sich �berwiegend von tierischer Kost, wie Schnecken und Insekten aber auch von S�mereien. Dies sollte man bei der Heimtierhaltung beachten: Man reiche ihnen als tierische Kost z.B. Mehlw�rmer, Wanderheuschrecken, Grillen, mageres Fleisch, gekochte Eier, Katzen- oder Hundetrockenfutter und Quark. Als S�mereien nehme man als Hauptanteil Wellensittichfutter gemischt mit ein wenig Hamsterfutter und falls nicht schon im Hamsterfutter enthalten, Haferflocken. An Gr�nfutter nehmen Stachelm�use L�wenzahn, Karotten und Luzerne an. Aber nicht zuviel Gr�nfutter reichen. Wasser sollte ihnen jederzeit zur Verf�gung stehen.

Marion Wei�

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