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Hunde im Schutzdienst
Die
meisten Hunde, wenn auch kleineren Rassen zugeh�rig, bewachen das Hab
und Gut ihres Besitzers, wobei auch das Bellen als Reaktion auf die T�rglocke
dazugeh�rt. Es gibt jedoch Hundehalter, denen ist das nicht genug.
Besonders, wenn ihr Hund gr��eren Rassen angeh�rt, wird �fters der
Schutzdienst angestrebt. Ist dies jedoch wirklich sinnvoll?
F�r Hunde, die weder Polizei noch Zoll ihre Dienste erweisen, ist es
mit Sicherheit nicht notwendig. Der Hund wird in seinem Alltag niemals
das ausleben k�nnen, was er am Wochenende auf dem Hundeplatz angelernt
bekommt. Es eignet sich auch nicht jeder Hund f�r diese Arbeit.
Der eher �ngstliche wird vielleicht von der Defensive in die Offensive
gehen, wenn er sich in irgendeiner Weise bedroht f�hlt. Der von Natur
aus zur Dominanz neigende wird eventuell keinen noch so guten Freund
mehr an Herrchen oder Frauchen heranlassen und das traute Heim zur
abgesicherten Burg werden lassen. Ein Beispiel hierf�r ist die
Riesenschnauzerh�ndin einer Bekannten, die bereits zu Beginn der
Schutzhundausbildung derartige Wesensver�nderungen in Richtung
aggressiven Verhaltens zeigte so, da� die Ausbildung abgebrochen werden
mu�te.
Die Ausbildung als solche ist in letzter Zeit immer mehr in Verruf
geraten. Weniger wegen der F�rderung von Aggressionen beim Hund, als
wegen der Stockschl�ge, welche die Scheint�ter auf den Hund
niederfahren lassen. Ein harter Hund h�lt das aus, doch was ist mit den
anderen? Das Wesen spielt wiederum eine wichtige Rolle. Was tun wir
einem �ngstlichen Hund an, den wir derartigen Angriffen aussetzen?
Selbst die Argumentation der Bef�rworter der Schutzhundausbildung, es w�rden
nur noch sogenannte Softst�cke verwendet, gepolstert und biegsam, ist
nicht �berzeugend. Der Hund versteht den zum Schlag erhobenen Arm - wie
auch beabsichtigt ist - auf jeden Fall als Bedrohung. Der eine versteht
es, damit umzugehen, der andere nicht. Auf die dabei m�glicherweise
auftretenden unerw�nschten Nebenwirkungen, wie unangemessene Reaktionen
auf Fremde, habe ich bereits hingewiesen.
Wohlgemerkt: Dies mu� nicht der Fall sein und es gibt mit Sicherheit
Hunde, die mit Spa� bei der Sache sind, auch wenn es nur am Wochenende
ist. Sind die nicht als Diensthunde gef�hrten Gebrauchshunde wirklich
ungl�cklich ohne Schutzdienst? Haben sie nicht noch andere
Eigenschaften, die ausbauf�hig sind - wie z.B. Ausdauer, Wendigkeit und
den vielgepriesenen Beutetrieb, der im Hundesport seine Erf�llung
finden kann?
Agility ist mittlerweile immer mehr verbreitet und neben Team Training
und Obedience, einer Art Unterordnungs�bung, eine ausgezeichnete M�glichkeit,
seinem Hund einen Ausgleich zum allt�glichen Einerlei zu bieten.
Es sollte nicht vergessen werden, da� die Gebrauchshunderassen wie der
Sch�ferhund, der Riesenschnauzer und der Airdaileterrier (um nur
einige Rassen zu nennen) nach m�glichst artgerechter Haltung
verlangen, wobei es mit einem passenden Garten nicht getan ist.
Nat�rlich sind diese Rassen als Diensthunde geeignet und eine
Ausbildung in dieser Richtung ist im Standard der jeweiligen
Zuchtgruppen vorgesehen. Diese Tatsache sollte sich ein zuk�nftiger
Besitzer vor Augen f�hren und gut �berlegen, ob er seinem Hund
einerseits eine Ausbildung zukommen lassen oder andererseits als Normalb�rger
dann im Besitz eines Schutzhundes sein will, der im Alltag fast nie in
der Lage sein wird, das Gelernte anzuwenden. Dank einiger
selbstverliebter Hundebesitzern, die im Kommandoton auf Pl�tzen ihre
Hunde schikanieren, hat diese Ausbildung sowieso den Ruf, nicht
artgerecht zu sein.
In der unmittelbaren Nachbarschaft habe ich selbst einen solchen
Zeitgenossen wohnen, der durch sein brutales Gehabe sofort auff�llt. Er
liebt seine Hunde wohl, sein durchdringendes Gebr�ll l��t jedoch
immer schon von weitem erkennen, da� er wieder bei der Ausbildung ist.
Leider mu� gesagt werden, da� den Hunden die Ausbildung nicht
besonders bekommt. Sie sind eher aggressiv und man mu� aufpassen, da�
sie sich nicht provoziert f�hlen, ihr Herrchen verteidigen zu m�ssen.
Manch gut gemeinter Versuch, dem Hund das bieten zu wollen, was er
braucht, schl�gt aus Mangel an Erfahrung fehl. Darum sollte seinen Hund
nur derjenige zum Schutzhund ausbilden, der auf Grund seines Berufes
darauf angewiesen ist (Polizei, Zoll) oder ein Grundst�ck zu sch�tzen
hat. Im Normalfall wird der Hund seinen Herrn von selbst bewachen. Ist
der Hund keiner von der mutigen Sorte, ist dies kein Grund, sich zu sch�men.
Menschen sind auch nicht alle gleich.
Carolin
Dieterichs
�2001 Heimtiere-Online.de
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