Reisebericht Bali

Auch im Jahr 2004 sollte uns das Reisefieber wieder nach Asien locken. Nach l�ngerem St�bern im Internet und in Reisef�hrern hatten wir uns f�r Bali, die Insel der G�tter, entschieden.

Zwischenstopp in Bangkok
Wie im vergangenen Jahr flogen wir mit Thai Airways am Freitagabend (27.08.2004) los in Richtung Bangkok, wo wir eine Pause vor unserem Weiterflug eingeplant hatten. In Bangkok kamen wir mit einer Zeitverschiebung von 5 Stunden gegen Mittag an. Diesmal hatte ich meine Cam schon am Flughafen bereit, da wir letztes Jahr selbst schon kaum unseren Augen trauten, als wir den Golfplatz mitten im Flughafen zwischen den Rollbahnen entdeckt hatten. Diesmal gibt es ein Beweisfoto ;-)

Am Samstag unternahmen wir in Bangkok nicht mehr viel, da ein heftiger Schauer an die Regenzeit in Thailand erinnerte. Nachdem wir zudem auch noch sehr vom Flug geschafft waren, verbrachten wir abends nur noch ein paar Stunden im klimatisierten Shopping-Center.

Den Sonntag wollten wir daf�r aber umso mehr nutzen. Und so nutzen wir die neu gebaute U-Bahn durch die Stadt und fuhren zum Wochenendmarkt. Die Dimension dieses Marktes hatten wir eindeutig untersch�tzt � Kleidung, Nahrungsmittel, Pflanzen, Einrichtungsgegenst�nde und vieles mehr reiht sich dort in einem kleinen Stand an den anderen. Wirklich gigantisch. Mittags verlie�en wir den Markt kurz um uns von der stickigen Luft zu erholen und etwas zu essen.

Am Nachmittag landeten wir jedoch wieder dort. Irgendwann kamen wir in einem nicht erfreulichen Teil auf dem Markt. Anfangs drehten wir gleich wieder um, da ich es eigentlich gar nicht so recht sehen wollten. Ein paar Reihen stie�en wir wieder auf viele Tiere, die dort zum Kauf angeboten wurden. Aber unter welchen Bedingungen?! Verschiedene H�rnchen an der Leine (!), Hamster aller Arten in winzigen K�figen oder so eng gedr�ngt, dass man die Tiere kaum auseinander halten konnte, Kaninchen, die so von der Hitze ersch�pft waren, dass sie offen auf den K�figen sitzen blieben und keine Kraft hatten, davonzulaufen, Hundewelpen, Schildkr�ten uvm. � Ich war wirklich geschockt und f�hlte mich hilflos. Irgendwie tr�bte das auch erstmal die Urlaubsstimmung sehr, ich musste immer wieder an die Tierchen denken.

Abends ging es mir dann schon wieder etwas besser und ich wusste, dass mein Freund noch eine �berraschung f�r mich hatte. Wir stiegen in ein Taxi und fuhren an ein Hotel namens Banyan Tree Bangkok. Mir sagte das allerdings �berhaupt nichts und ich war sehr gespannt. Ziel war eine Bar im 61 Stockwerk namens Vertigo (http://www.banyantree.com/bangkok/dining_vertigo.htm). Der Ausblick war gigantisch, man kann �ber die ganze Stadt hinweg sehen. Ein sch�nes Erlebnis!

Auf nach Bali
Am n�chsten Morgen brachen wir schon sehr fr�h auf, es ging weiter nach Bali. Ziemlich genau vier Stunden dauert der Flug von Bangkok nach Denpasar und wir waren schon sehr gespannt.

Am Flughafen wurden wir von Sri, die unsere Rundreise auf der Insel leitete, abgeholt. Das vollkommen andere Klima erstaunte uns. Es ging ein angenehmer Wind, der die Hitze viel ertr�glicher als in Bangkok machte.

Sanur und Lembongan
Sri brachte uns zu unserem ersten Hotel, in dem wir 1 � Tage zum Entspannen Zeit hatten. Dies nutzen wir auch, denn in der Gegend konnte uns noch nichts so recht anlocken und so verbrachten wir die Zeit am Pool oder gingen ein wenig am Strand spazieren.

Anschlie�end ging es weiter auf die Insel Lembongan. Die �berfahrt mit einem Schnellboot dauerte eine knappe Stunde, jedoch waren wir auf dem ersten Blick ein wenig von dem �Inselparadies�, wie es oft bezeichnet wurde, entt�uscht. Der Strand war ziemlich schmutzig, �berall lagen Boote und bei Ebbe entdeckte man die Seegrasfelder, die dort unter Wasser angelegt und scheinbar t�glich geerntet werden. Erstmal waren wir sicher, dass es irgendwo noch einen sch�neren Strand geben w�rde, doch auch die anderen konnten uns im Vergleich zu Thailand gar nicht begeistern. Tags�ber werden viele Touristen f�r Wassersportaktivit�ten auf bzw. an die Insel gebracht und so wird es erst am Nachmittag ruhiger.

Das Hotel war dagegen recht s��, die Aussicht vom Zimmer aus sehr sch�n. Wir erkundeten zu Fu� die Insel und entdeckten einige sehr sch�ne Stellen, an die zum Gl�ck sonst auch kaum ein Tourist kommt.

Ubud
Am 03.09.2004 ging es f�r uns weiter nach Ubud, dem K�nstlerdorf. Die Fahrt war wieder ein kleines Abenteuer. Auch auf Bali ist Linksverkehr und nie im Leben w�rde ich mich trauen, dort selbst zu fahren � viel zu chaotisch, es wird sehr viel gehupt, �berall Roller, teilweise unheimlich steile Stra�en und wir hatten auf der Strecke einen Fahrer, der dort wohl voll in seinem Element war. Wir waren also froh, als wir das Hotel erreichten.

Das Hotel war f�r uns einfach gigantisch. Es liegt mitten in einer Schlucht, im dichten Gr�n. Wir kamen recht sp�t an und wurden in der D�mmerung zu unserem Bungalow, dem letzten in der Anlage, �ber viele kleine Wege durch den dichten Dschungel gef�hrt � ob wir da wohl wieder rausfinden w�rden? Es klappte, jedoch war dies am ersten Abend sehr unheimlich, denn �berall h�rt man Tiere, streift an Pflanzen entlang und wir hatten ja noch gar nicht die M�glichkeit gehabt, uns n�her in der Schlucht umzusehen. Vom Hotel aus gab es einen sehr praktischen und kostenlosen Transferservice und wir lie�en uns zur St�rkung (f�r den R�ckweg durch den Dschungel) in ein Restaurant bringen, das uns empfohlen wurde � und das Casa Luna ist wirklich sehr sch�n! Abends kamen wir dann zur�ck und vor unserer T�r wartete ein sehr stimmkr�ftiger Gecko (selbst die kleinen k�nnen dort schon sehr laut sein, dieser war jedoch fast 20 cm lang und sehr kr�ftig): ein Tokee. Er wohnte scheinbar direkt unter unserem Dach, denn wir trafen ihn fast immer in der D�mmerung dort an.

Am n�chsten Tag erkundeten wir die Anlage des Tjampuhan Resorts n�her. In den B�umen huschten H�rnchen umher, man entdeckte kleine V�gel, die Nektar an den wundersch�nen Bl�ten naschten, Echsen flitzten �ber den Weg, der �berall rund herum dicht bewachsen war. Eine ganz andere Welt, die uns sehr faszinierte und begeisterte!

Wir erkundeten dann auch noch die Stadt Ubud. Irgendwann beginnt man, die �Tourif�nger� zu ignorieren, die einem st�ndig irgendwelche Fahrten aufdr�ngen wollen oder nachgemachte �Originaluhren mit 100 Jahren Garantie� aufschw�tzen wollen. Das kann wirklich nervig werden, doch man kennt es ja leider auch in vielen anderen L�ndern. Wir waren erstaunt, als wir uns mit einem jungen Balinesen eine Weile unterhalten hatten � viele dort sind fest davon �berzeugt, dass in Deutschland jeder seinen eigenen Pool im Garten hat! Eigentlich ist es dann fast kein Wunder, wenn sie an unserem �massigen Geld� teilhaben wollen�.

In Ubud gibt es viele sehr sch�ne Dinge zu kaufen, interessante Gesch�fte und auch hier wie schon zuvor auf Bali �berall kleine Schreine u.a. Ganz Bali ist sehr vom Glauben, �berwiegend Hindu (ca. 90 % der Balinesen), gepr�gt. �berall findet man Opfergaben, besondere Stellen, Figuren uvm. Die Geschichten �ber den Glauben, die uns Sri sp�ter n�her brachte, faszinierten uns. Am Abend kamen wir nach einem sch�nen, interessanten Tag zur�ck in unser Hotel.

N�chtlicher Besuch im Dschungelzimmer
Mitten in der Nacht, etwa um 2 Uhr, weckte mich mein Freund pl�tzlich auf. �Da ist etwas in unserem Zimmer�. Wir lauschten bis es nach einer Weile tats�chlich erneut raschelte � im Schrank. Wir leuchteten mit unserer Taschenlampe hin, konnten jedoch nichts sehen. �Es� muss in der T�te sitzen � nur was? Nachdem dort Kekse untergebracht waren, fiel mein Verdacht auf eine Maus oder Ratte. Und tats�chlich, pl�tzlich sahen wir sie! Vermutlich eine Ratte, deutlich zierlicher als unsere in Deutschland aber f�r eine Maus wohl zu gro�. Aber sehr h�bsch!

Ich schlich zum Schrank und zog vorsichtig ein Teil nach dem anderen heraus. Da sprang sie mir auch schon entgegen und verschwand irgendwo im dunklen Zimmer. Nachdem wir unsere Kekse, die meisten waren zum Gl�ck gut verschlossen, nun sicherer untergebracht hatten, beschlossen wir unseren n�chtlichen Gast nicht ohne Beweisfotos gehen zu lassen. Wenn sie schon Futter gerochen hat, kommt sich sicher wieder � und da sie an den Schokokeksen sowieso schon war, legten wir diese als Lockmittel aus. Wir legten uns im Bett unter unserem Moskitonetz mit Kamera bewaffnet auf die Lauer. Es dauerte nicht lange, da kam sie wieder aus ihrem Versteck hinter einem Schrank hervor, wir konnten sie im schummrigen Licht beobachten. Vorsichtig schaute sie sich um und irgendwann entdeckte die Ratte, wir tauften sie Erna, unsere �Falle�. Sehr misstrauisch kam sie immer wieder n�her um sich dann doch wieder zur�ckzuziehen. Irgendwann gelang das Hei�ersehnte Beweisfoto!

Nachdem es geblitzt hatte, verschwand Erna erst mal �ngstlich unter unserem Bett. Da wir sie nicht weiterhin anlocken wollten, nahmen wir die Kekse wieder weg � aber eine kleine Ecke wollten wir ihr dann doch als Belohnung lassen. Wir machten wieder richtiges Licht an und mein Freund ging ins Bad. In diesem Moment hat Erna wohl ihre Chance erkannt. Sie muss blitzschnell aus ihrem Versteck gerannt sein, hat sich den Keks geschnappt und knusperte diesen dann unser unserem Bett. Auch in der n�chsten Nacht besuchte uns Erna wieder, jedoch war ihr Ausflug in unserem M�lleimer f�r sie leider erfolglos.

Tagesausflug Ubud
Am n�chsten Tag holte uns Sri vom Hotel ab. F�r diesen Tag hatten wir uns einen Besuch im Bali Bird Park und auch im Reptilienpark gew�nscht. Wir hatten �ber beide Parks nur positives geh�rt und sie sind tats�chlich sch�n angelegt und die Tiere dort werden �berwiegend sehr artgerecht gehalten und zum Teil auch erfolgreich gez�chtet. Am gleichen Tag besuchten wir auch noch zwei �Handicraft villages�, in denen Stein- und Holzfiguren hergestellt wurden.

Ab in den Norden
Die n�chsten Tage reisten wir von Ubud weiter nach Candidasa und nach einer �bernachtung dort dann nach Lovina. Wir sahen sch�ne Reisterassen, leider war es meist bew�lkt und so wirken die Fotos nicht so sch�n. Andererseits waren wir sehr froh �ber die Wolken, denn das machte die Reise angenehmer. Wir besuchten unterwegs auch einige Tempel und hatten von Kintamani aus eine wundervolle Aussicht auf den Mount & Lake Batur.

Die Strassen waren teilweise sehr abenteuerlich � eng, steil und manchmal mit heftigen Schlagl�chern. Doch wir hatten einen guten Fahrer, der alles sicher meisterte. Laut Sri sind es vom S�den Balis in den Norden nur etwas mehr als 200 km, jedoch braucht man f�r die Strecke sehr lang. In Lovina machten wir dann wieder einen Tag Pause, wir hatten ein sch�nes Hotel am Meer, jedoch zogen wir aufgrund der Str�mungen im Meer den Pool vor.

Hundeleben auf Bali
Unterwegs fielen auch wieder die vielen Hunde auf Bali auf. Die meisten sehen fast gleich aus � sie haben etwa die gleiche Gr��e, fast alle kurzes Fell und stehende Ohren. Es gibt viele wei�e Hunde, jedoch auch alle anderen Farben. Zuf�llig fanden wir in einem Hotelzimmer einen Artikel, der erkl�rte, warum die Hunde fast alle gleich aussehen � es war lange Zeit verboten, fremde Hunde auf die Insel zu bringen.

Manche der Hunde scheinen dort eng mit den Menschen zusammenzuleben. Sie bewachen einzelne Hauseing�nge oder H�fe, tragen jedoch nur selten ein Halsband. Nur ganz selten konnten wir beobachten, dass die Hunde verscheucht werden. Die Hunde liegen oft gem�tlich auf der Strasse, n�hert sich ein Auto, trotten sie davon. Manche Hunde suchen den Kontakt, einige ignorieren einen aber auch total. Zwei der Hunde auf Bali h�tte ich am liebsten sofort mitgenommen:

Von Lovina nach Blimbing
Vom Norden Balis ging es am 09.09. dann wieder etwas weiter in die Mitte Balis. Kurz nachdem wir zwei Seen in den Bergen bewundert hatten, sa� am Stra�enrand ein Affe. Sri sagte uns, dass dort viele Makaken leben. Kurz darauf hielten wir am Stra�enrand an, denn dort sa� eine ganze Gruppe, die es eindeutig schon gewohnt war, von Reisenden Futter zu erbetteln. Sri konnte gar nicht verstehen, weshalb ich von diesen Affen so begeistert Bilder schoss ;-)

Bald darauf machten wir Halt am Ulun Danu Tempel, einem der bekanntesten Tempel der Insel. Leider war es auch hier sehr bew�lkt und als wir sp�ter den Obst- und Gew�rzmarkt erreichten, steckten wir fast mitten in den Wolken � aber vielleicht besser, als zu schwitzen?! Wir �bernachteten in einem kleinen Hotel in Blimbing.

Blimbing-Seminyak
Der letzte Tag unserer Tour f�hrte und von Blimbing nach Seminyak/Kuta. Unterwegs sahen wir ein weiteres Wahrzeichen Balis � �Tanah Lot�:

In Seminyak blieben wir noch bis zum 13.09., wobei wir hier die meiste Zeit am Pool verbrachten, da die Rundreise doch geschlaucht hatte. Am vorletzten Tag trafen wir in der Hotelanlage noch eine Katze, die unsere Streicheleinheiten sehr genoss. Sie folgte uns bis zu unserem Zimmer und als ich mich zu ihr auf den Boden setzte, sprang sie schnell entschlossen auf meinen Scho�, ich konnte mich danach kaum trennen. Es war um mich und auch um meinen Freund (der eigentlich kein so gro�er Katzenfan ist) geschehen. Die Katzendame war sehr h�bsch und ich h�tte sie am liebsten mitgenommen. Allerdings w�ren wir dann nicht nur zu dritt gereist � sie war tr�chtig, hatte schon ein ganz dickes B�uchlein und man konnte die Zitzen stark sp�ren. Ich hoffe, ihr geht es in der Anlage weiterhin gut und auch andere Urlauber k�mmern sich ein wenig um sie!

Heute fr�h, am 14.09.2004 landeten wir dann wieder in M�nchen � nach einer langen R�ckreise. Vier Stunden bis Bangkok, 4 � Stunden warten, 11 Stunden weiter nach Frankfurt und dann noch nach M�nchen�Bali ist uns �brigens noch dazu 6 Stunden voraus.

Die Reise hat uns sehr gut gefallen. Die sehr freundlichen Menschen auf Bali, die interessante Kultur und die Tierwelt haben uns begeistert!